An English Teacher in Paris: John of Garland’s Dictionarius and Medieval Language Learning
Der Dictionarius von Johannes de Garlandia (verfasst um 1220) ist ein diskursives lexikographisches Werk, das dazu dient, Latein zu lehren. Johannes war Engländer, unterrichtete jedoch im dreizehnten Jahrhundert an den Universitäten von Paris und Toulouse. Im Dictionarius nimmt Johannes seine Studierenden mit auf eine virtuelle Reise durch Paris und beschreibt die Marktstände und ihre Waren sowie viele weitere Dinge, die in und um die Stadt zu sehen sind. Der Haupttext des Dictionarius ist in lateinischer Sprache verfasst, enthält jedoch zahlreiche Glossen in mittelalterlichem Französisch, Englisch und anderen Sprachen. Das vom Arts and Humanities Research Council geförderte Projekt hat zum Ziel, eine parallele digitale Edition der Glossen zu erstellen.
Der Dictionarius ist in über 30 Handschriften überliefert, die auf 19 Bibliotheken in Grossbritannien und Europa verteilt sind. Seine Popularität sowie der hohe Grad an Bearbeitung durch seine Leserinnen und Leser führen zu einem komplexen und variablen Text. Dieses Projekt ist das erste, das alle Handschriftenversionen des Dictionarius mithilfe digitaler geisteswissenschaftlicher Methoden kollationiert, um eine durchsuchbare Online-Datenbank des Textes, der mehrsprachigen Kommentare und der Glossen zu erstellen. Diese Ressource wird es dem Team ermöglichen, den Text auf neue Weise zu analysieren und die spezialisierte Lexik über Zeit (die erhaltenen Handschriften spiegeln den Sprachgebrauch zwischen dem dreizehnten und fünfzehnten Jahrhundert wider) und Raum hinweg (sie erfassen den Sprachgebrauch in Nordfrankreich, England und den Niederlanden) zu vergleichen. Lexikologische und philologische Methoden bilden die Grundlage der linguistischen Analyse, die sich auf das Vokabular spezialisierter Kunst- und Handwerksbereiche sowie auf dessen Wandel in Lexik und Sprache konzentriert, während neue mehrsprachige Zielgruppen den Text anpassten.
Durch die Erstellung einer digitalen Edition des Textes, der Kommentare und der Glossen können wir die Behandlung dieses bedeutenden Werkes durch Kopisten und Glossatoren in unterschiedlichen Zeiten und Gemeinschaften untersuchen. Unsere Ergebnisse werden unser Verständnis der Wechselwirkungen zwischen dem Lateinischen und den Volkssprachen in dieser Epoche neu definieren, unser Verständnis des Glossierens als kulturelle Praxis erweitern und Forschenden zu Garlands Werken sowie Historikerinnen und Historikern der Bildung und Linguistik zugutekommen. Der alltags- und handwerksspezifische Wortschatz des Dictionarius wird auch ein breiteres Publikum interessieren.
Projektwebsite: blog.westminster.ac.uk/jog/
Technische Tools
Frontend
- Next.js (App Router) — Anwendungsframework für Routing, Server-/Client-Rendering und Build-Pipeline.
- React — UI-Komponentenmodell für Seiten, Layouts und interaktive Suchfunktionen.
- Tailwind CSS — Utility-First-CSS-Framework für Layout, Typografie und responsives Design.
- SWR — Cache-bewusste Data-Fetching-Hooks für Suchanfragen und UI-Zustand.
- Axios — HTTP-Client zum Aufruf von Backend-APIs aus dem Frontend.
- Font Awesome — Icon-Set für UI-Steuerelemente und Statusanzeigen.
Backend-Integration
- FastAPI-Backend — stellt Such-APIs bereit und integriert die TEI-Verarbeitungspipeline.
- TEI-XML-Parsing und für das Frontend bereitgestellte Suchendpunkte — transformieren TEI-Handschriften in durchsuchbare Datensätze für die Benutzeroberfläche.
- PostgreSQL-Datenbank — primärer Datenspeicher für indexierte TEI-Inhalte und Metadaten.
Tooling
- ESLint (Next.js-Konfiguration) — Linting-Regeln und Codequalitätsprüfungen.
- PostCSS — CSS-Verarbeitungspipeline, die von Tailwind genutzt wird.
- npm-Skripte für dev/build/start — Befehle für lokale Entwicklung, Produktions-Build und Laufzeit.
- GitHub (Versionskontrolle) — Quellcodeverwaltung und Zusammenarbeit.
- PM2 (Prozessmanager) — hält Node.js- und Python-Dienste in der Produktion am Laufen.
Infrastruktur
- Ubuntu (Server-Betriebssystem) — grundlegende Serverumgebung.
- Nginx (Reverse Proxy) — leitet den Datenverkehr an das Next.js-Frontend und das FastAPI-Backend weiter.
- Node.js — Laufzeitumgebung für den Next.js-Frontend-Server.
- Python — Laufzeitumgebung für die FastAPI-Backend-Dienste.
Nutzungsmöglichkeiten
Ein grundlegender Schritt des Projekts besteht darin, Transkriptionen aller Handschriften mit XML-Auszeichnung zu erstellen, einschliesslich Sprachannotation (Sprache/Dialekt des Lexems, Verknüpfung mit dem Stichwort in einschlägigen Wörterbüchern, Verbindung zwischen Lexem und Glosse) sowie Metadaten zum Datum (der Handschrift, der frühesten Belegstelle des Lexems), zu Besitzverhältnissen, Herstellung und Lokalisierung. Die Datenbank wird es Forschenden ermöglichen, die mehrsprachigen Kommentare und das Glossenmaterial mit dem Grundtext zu verknüpfen, sodass Daten aus zahlreichen Handschriften über sprachliche, zeitliche und geografische Grenzen hinweg abgefragt und visualisiert werden können.
Projektverantwortung
Projektleiterin: Dr. Heather Pagan (University of Westminster)
Internationale Co-Projektleiterin: PD Dr. Annina Seiler (Universität Zürich)