Margareta Klopstocks Briefe und Werke – Digitale Edition
Margareta Klopstock (1728–1758) ist eine der einflussreichsten Intellektuellen ihrer Zeit: Sie korrespondierte mit wichtigen Zeitgenossen in mehreren Sprachen, verfasste literarische Texte und arbeitete mit ihrem berühmten Ehemann Friedrich Gottlieb Klopstock an dessen Werken zusammen. Trotzdem gerät sie – nicht anders als die meisten Frauen des 18. Jahrhunderts – heute zunehmend in Vergessenheit. Lediglich als Muse ihres Mannes und als Erfinderin der empfindsamen «Herzenssprache» wird sie noch erinnert, nicht aber als Autorin und öffentliche Person.
Die Edition ist Bestandteil des SNF Projekts «META: Margareta Klopstock’s Aesthetic Feminism». Die Überlieferung ist prekär: ca. 350 Dokumente sind in einer Briefausgaben in den 1950er Jahren ediert und in den 1960er und 1980er Jahren weiterverwendet worden, während die literarischen Schriften nur durch Reprints der Erstausgabe «Hinterlaßne Schriften von Margareta Klopstock» (1759) erhalten sind, die F. G. Klopstock seiner eigenen Werkausgabe einverleibt hat. Die digitale Edition hat die Aufgabe, die Briefe auf der Grundlage der Handschriften, die in mehreren Archiven liegen, neu zu edieren. Grösser ist die Aufgabe, die literarischen Schriften aus dem höchstproblematischen Kontext der «Hinterlaßnen Schriften» zu lösen und damit die Aneignung durch F. G. Klopstock rückgängig zu machen (Auswahl, Anordnung, Kommentare, Fortsetzungen, etc.). Diese Korrektur an der Editionspraxis erfolgt auf der Grundlage der Forschung im META-Projekt.
Technische Tools
- Transkribus zur automatischen Texterkennung, Auszeichnung von Textregionen und Korrektur
- TEI Publisher für die Generierung des statischen Frontends
Nutzungsmöglichkeiten
Die digitale Edition erfüllt das Desiderat, Margareta Klopstocks Werk zu konstituieren und der Öffentlichkeit erstmals zugänglich zu machen. Diese Ausgabe wird sowohl der Forschung zu dieser vernachlässigten Autorin als auch zur «weiblichen» bzw. «feministischen» Aufklärung neue Impulse geben. Die Digitalisate und die diplomatische Umschrift werden zusammen mit den editorischen Kommentaren über eine statische Editionswebseite zugänglich gemacht. Die TEI-XML-Daten werden unter einer offenen Lizenz über ein FAIR-Repositorium geteilt und archiviert.
Projektverantwortung
Co-Herausgeber*innen: Prof. Dr. Frauke Berndt, Céline Martins-Thomas MA